Logo Rheinschleifenbahn

23.06.2012 - Dampflok-Sonderzug mit 03 1010 und dem Rheingold nach Koblenz und Königswinter

Das mittlere Rheintal – hier gibt es wohl eine der schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. 1962 wurde von der damaligen Deutschen Bundesbahn der legendäre RHEINGOLD-Zug von 1928 mit Neubaufahrzeugen wieder aufgelegt. 50 Jahre ist dies nun her, zusammen mit den Kollegen vom Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen erinnern wir an diesen Tag mit einer herrlichen Dampflokfahrt und natürlich mit den legendären Rheingold-Wagen von 1928 und 1962!

Los gings in Westfalen am Münsteraner Hbf. Kurz zuvor wurde der Wagenpark von der E42 151, auch „Holzroller“ genannten Lokomotive der Centralbahn AG von Mönchengladbach und Köln überführt. Aus Lengerich kam die imposante Dampflok 03 1010 gegen 6:45 Uhr angereist. Zug bilden, Bremsprobe, Bremszettel an die Lokführer übergeben und schon fuhr der Zug an den Bahnsteig. In Münster ging es dann um 7:40 Uhr los! Nächste Halte mit Einstieg waren Hamm und Dortmund. Von hier fuhr der Zug quer durchs Ruhrgebiet via Bochum, Essen, Mülheim (Ruhr) und Duisburg, dann weiter über Düsseldorf und Leverkusen nach Köln Hbf. Während der Reise wurde den Fahrgästen in den Rheingold-Wagen das Frühstück serviert.

Zwischenzeitlich hatte der Zug ca. 20 Minuten Verspätung, Köln Hbf wurde auf Grund einiger Fahrzeitreserven aber planmäßig erreicht. Dann kam die Meldung, daß die Strecke ab Köln-Süd „linksrheinisch“ wegen eines Unfalls bis auf weiteres gesperrt ist. Das Zugpersonal hoffte dennoch auf eine zügige Weiterfahrt, war doch am frühen Nachmittag in Koblenz Umstieg für rd. 110 Fahrgäste auf das Schiff „Godesburg“ der Köln-Düsseldorfer Schifffahrtsgesellschaft! Nach ca. 30 Min. Aufenthalt im Kölner Hbf ging es zunächst bis Köln-Süd, wo abermals etwas mehr als eine halbe Stunde auf Weiterfahrt zu warten war. Eine Umleitung über die rechte Rheinstrecke via Linz nach Koblenz war nicht möglich, da in Remagen bereits alles zum Wassertanken der Dampflok vorbereitet war.

In Remagen angekommen kuppelte die Dampflok vom Zuge ab und fuhr auf ein Stumpfgleis nahe des Parkplatzes und wurde dort von der örtlichen Feuerwehr mit Wasser versorgt. Inzwischen hatte sich die Verspätung so weit aufgebaut, daß das Schiff in Koblenz nicht mehr zur planmäßigen Abfahrtszeit zu erreichen war. Immerhin war auch ein Fußweg von ca. 20 Minuten zu bewältigen. Planmäßig wäre der Zug ca. 80 Minuten vor Abfahrt des Schiffes am Konrad-Adenauer-Ufer am Koblenzer Hbf angekommen. Dank des beherzten Einsatzes unseres Büros mit unzähligen Telefonaten und dem sehr großzügigen Entgegenkommen der KD-Schifffahrtsgesellschaft konnten unsere Fahrgäste in der Nähe des Hauptbahnhofes schließlich auf das Schiff umsteigen. Der  Kapitän hat dazu für uns seine Route etwas abgeändert und ist diesen Anleger zusätzlich angefahren. Unsere Fahrgäste waren überglücklich, war doch die Schiffsreise von Koblenz nach Königswinter auf dem Rhein einer der Höhepunkte des Ausfluges.

Der Dampfzug setzte seine Fahrt nun mit rd. 90 Minuten Verspätung fort und steuerte das zweite Ziel der Reise, Königswinter an. Hier angekommen hatten die Fahrgäste Zeit und Gelegenheit mit der Zahnradbahn auf den bekannten Drachenfelsen zu fahren und/oder das kleine Städtchen am Rhein zu erkunden. Die „Godesburg“ erreichte dann Königswinter auch pünktlich um 17:40 Uhr, der Kapitän hatte „alles gegeben“ um die Verspätung wieder aufzuholen.

Der Zug wurde in Königswinter auf ein Nebengleis rangiert, gereinigt, die Dampflok mit dem nötigen Wasser versorgt und die Maschine abgeölt, bevor es in die kurze, aber verdiente Pause ging. Nun schienen alle Schwierigkeiten überwunden und einer ruhigen Heimfahrt schien nichts im Wege zu stehen. Lediglich der aufmerksame Bauleiter einer Gleisbautruppe sprach uns darauf an, ob wir denn das Gleis rechtzeitig verlassen würden, denn ab 18 Uhr würde am nördlichen Bahnhofskopf die Weiche zu unserem Abstellgleis abgebaut. Leider lag nun ein Mißverständnis seitens der Fahrdienstleitung vor, nach dessen Ansicht wir das Gleis in südlicher Richtung hätten verlassen können, was der Bauleiter jedoch dementierte, denn die Weiche am südlichen Ende war wegen der Bauarbeiten gesperrt und konnte nicht umgestellt werden. Nach einigen Telefonaten wurde erreicht, daß die Bauarbeiten unterbrochen wurden, damit wir den Sonderzug mit Dampflok noch aus dem Gleis herausfahren konnten – nicht auszudenken was gewesen wäre, wenn die nördliche Ausfahrt auch nicht mehr befahrbar gewesen wäre!


Nach diesem Schrecken am frühen Abend konnte der Zug dann pünktlich um 19:04 Uhr ab Königswinter die Heimreise antreten. Unsere Fahrgäste in den Rheingold-Wagen bekamen nach der Abfahrt das gebuchte  Abendessen am Platz serviert. Die Bahnhöfe wurden nun in umgekehrter Reihenfolge angefahren. Bis Münster gab es dann auf Grund von Baustellen nochmals ca. 30 Minuten Verspätung, was die Fahrgäste und das Personal doch gelassen hinnahmen. Noch in der Nacht wurden die Wagen nach Köln und Mönchengladbach überführt und die Dampflok fuhr zur Übernachtung zurück nach Lengerich.


Die Veranstalter NostalgieZugReisen und Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen bedanken sich bei allen Beteiligten, die diese Sonderfahrt ermöglicht haben:

  • den Förderverein Schnellzugdampflok 03 1010 e.V. und der Traditionsgemeinschaft Bw Halle P e.V., www.03-1010.de,
  • dem Freundeskreis Eisenbahn Köln e.V., www.rheingold-zug.com,
  • der Centralbahn AG Basel, www.centralbahn.ch,
  • und der Deutschen Bahn AG, www.bahn.de

Fotos: Karl-Heinz Delbeck, Christoph Gartka, Niko Hakmann, Bernd Piplack, Martin Morkowsky, Maxim Roßdeutscher, Stephan Siepert, Doris Schiborr, Sönke Windelschmidt

Bildergalerie:  (zum Ansehen bitte auf das untenstehende Bild klicken!)

Heute4
Gestern7
Woche40
Monat120
Insgesamt68597

Kubik-Rubik Joomla! Extensions